SEO-Reports automatisieren: Wer bekommt was, und wie oft
Automatisieren löst das Reporting-Problem nur zur Hälfte. Die andere Hälfte ist die Frage, wer überhaupt welchen Report braucht.
Der monatliche Kundenreport ist die Aufgabe, die am zuverlässigsten liegen bleibt und am zuverlässigsten eingefordert wird. Automatisieren löst das nur zur Hälfte: Ein Report, den niemand liest, ist auch automatisch verschickt wertlos. Die nützlichere Frage ist deshalb nicht „wie automatisiere ich das“, sondern wer bekommt was, und wie oft.
Drei Empfänger, drei verschiedene Reports
| Empfänger | Interessiert an | Rhythmus |
|---|---|---|
| Du selbst | Ist etwas kaputt? Wo muss ich hinschauen? | Wöchentlich |
| Ansprechpartner beim Kunden | Läuft es? Was habt ihr gemacht? | Monatlich |
| Geschäftsführung | Lohnt sich das Geld? | Quartalsweise |
Der häufigste Fehler ist, allen dreien dasselbe Dokument zu schicken – meistens das für die mittlere Gruppe. Die Geschäftsführung liest es nicht, und dir selbst sagt es zu wenig.
Was in den wöchentlichen Report gehört
Deiner. Kurz, technisch, ohne Erklärtext:
- Klicks und Impressionen gegen die Vorwoche – gleiche Wochentage
- Auffällige Abweichungen, die gemeldet wurden
- Neue Indexierungsprobleme
- Seiten, deren Statuscode sich geändert hat
Zweck ist nicht Dokumentation, sondern Frühwarnung. Wenn du dafür länger als zwei Minuten brauchst, ist er zu lang.
Was in den monatlichen Kundenreport gehört
Hier liest jemand mit, der kein SEO macht. Drei Regeln haben sich bewährt:
- Eine Kennzahl nach vorne. Nicht fünf. Bei uns ist das der SCI, weil er sechs Faktoren in eine Zahl fasst und sich über Monate vergleichen lässt.
- Vergleich mit dem Vorjahr, nicht nur mit dem Vormonat. Ein Dezember gegen einen November verglichen sieht in vielen Branchen katastrophal aus und bedeutet nichts. Voraussetzung ist, dass die Daten von vor zwölf Monaten noch existieren – Google löscht nach 16 Monaten.
- Was wurde getan, was ist als Nächstes dran. Der Teil, den kein Tool erzeugen kann, und der darüber entscheidet, ob der Report gelesen wird.
Was der Quartalsreport braucht
Genau eine Seite, und darauf: Entwicklung über vier Quartale, Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum, drei Sätze Einordnung. Keine Keyword-Tabellen. Wer entscheidet, ob das Budget bleibt, liest keine Keyword-Tabellen.
Der Teil, den man automatisieren kann
Alles Wiederkehrende: Datenerhebung, Aufbereitung, Layout, Versand. In Search-Console.PRO legst du dafür einen Zeitplan an – täglich, wöchentlich oder monatlich – und bekommst das fertige PDF per Mail. Auf Wunsch an mehrere Empfänger, auf Wunsch mit deinem eigenen Logo und deinen Farben statt unseren.
In aller Offenheit: Diese Funktion hat lange nicht funktioniert. Die Zeitpläne liefen, die Mails kamen nie an. Seit dem August-Update tun sie es. Wenn du dir also früher einmal einen Report eingerichtet und dann nie einen bekommen hast – lag nicht an dir.
Der Teil, den man nicht automatisieren sollte
Die Einordnung. Ein automatischer Report kann sagen, dass die Klicks um 18 Prozent gefallen sind. Er kann nicht sagen, dass gleichzeitig ein Wettbewerber einen Shop eröffnet hat und ihr im selben Monat die Kategorieseiten umgebaut habt. Genau dafür bezahlt der Kunde.
Die praktikable Aufteilung: Das Tool schickt die Zahlen zum Monatsanfang, du ergänzt drei Sätze und leitest weiter. Fünf Minuten statt einer Stunde – aber eben nicht null Minuten.
Wenn der Report an den Kunden geht
Für Agenturen lässt sich der Absender komplett auf die eigene Marke drehen: Logo, Farben, Absendername. Der Kunde bekommt einen Report von dir, nicht von einem Tool, von dem er noch nie gehört hat. Details dazu unter White-Label-Reports für Agenturen. Zur Bedienung: Reports in der Dokumentation.
Häufige Fragen
Was passiert, wenn für einen Zeitraum keine Daten vorliegen?
Der Report wird trotzdem erzeugt und weist die Lücke aus, statt sie als Null zu zeigen. Eine Null wäre eine Aussage, eine fehlende Messung ist keine.
Kann ich mehrere Zeitpläne parallel betreiben?
Ja – ein wöchentlicher für dich und ein monatlicher an den Kunden ist der Normalfall. Jeder Zeitplan gehört zu einer Property und hat eigene Empfänger.
In welchem Format kommen die Reports?
Als PDF im Mailanhang. Für eigene Auswertungen gibt es zusätzlich den Export nach Excel und CSV, und ab dem Agency-Plan die REST-API.