Anomalie-Erkennung

Feste Prozentschwellen erzeugen entweder Dauerfeuer oder verpassen echte Einbrüche. Diese Erkennung nutzt stattdessen die Historie deiner eigenen Website.

Das Problem mit festen Schwellen

Eine Regel wie „melde mich bei minus 20 Prozent Klicks" hat zwei blinde Flecken.

Sie kennt deine normale Schwankung nicht. Bei einem Shop, dessen Klicks täglich um 30 Prozent springen, feuert sie ständig – bis niemand mehr hinsieht. Bei einer sehr gleichmäßigen Seite bleibt ein echter Einbruch von 15 Prozent dagegen unbemerkt. Die richtige Schwelle ist für jede Website eine andere, und niemand kennt sie im Voraus.

Sie kennt den Wochenrhythmus nicht. Suchdaten haben einen ausgeprägten Wochentagseffekt. Ein Vergleich von Montag mit Sonntag meldet jede Woche denselben „Einbruch" – der keiner ist.

Wie es stattdessen funktioniert

  1. Ein Tag wird nur mit denselben Wochentagen der Vorwochen verglichen – Montag gegen Montag, zwölf Wochen zurück.
  2. Erwartungswert ist der Median dieser Tage, das Streuungsmaß die mediane absolute Abweichung.
  3. Gemeldet wird, was deutlich außerhalb dieser normalen Schwankung liegt.

Der entscheidende Punkt ist die Wahl von Median und MAD statt Mittelwert und Standardabweichung: Diese Maße sind robust. Ein früherer Einbruch in der Historie verschiebt sie kaum – mit klassischer Statistik würde ein Vorfall den nächsten unsichtbar machen.

Zwei eingebaute Bremsen gegen Fehlalarme

  • Zu wenig Historie, kein Urteil. Unter sechs Vergleichstagen meldet der Detektor gar nichts. Ein Fehlalarm kostet mehr Vertrauen, als ein verpasster Tag nützt.
  • Kleine Zahlen bleiben still. Von 8 auf 2 Klicks ist statistisch auffällig, praktisch aber bedeutungslos. Unterhalb von zehn Klicks im Median wird nicht gemeldet.

Was in der Meldung steht

Die Benachrichtigung erklärt sich selbst, statt nur eine Prozentzahl zu nennen:

Die Klicks lagen am 02.08.2026 (Sonntag) bei 171 statt der für diesen Wochentag üblichen 390 (−56,1 %). Das ist deutlich mehr, als die normale Schwankung dieser Website erwarten lässt.

Klassische Alerts gibt es weiterhin

Wer lieber mit festen Schwellen arbeitet, kann das weiterhin tun. Verfügbar sind Regeln für Klick- und Impressionseinbrüche, Positionsverschlechterung, CTR-Rückgang, SCI-Veränderung, verlorene Keywords und einbrechende Seiten.

Alle Alerts erscheinen in der Oberfläche und werden auf Wunsch per E-Mail zugestellt – mit einer Sperrfrist, damit eine täglich anschlagende Regel nicht täglich mailt.

Zur Einrichtung: Anomalie-Erkennung in der Dokumentation und Alerts einrichten.

Häufige Fragen

Wie viel Historie braucht die Erkennung?

Mindestens sechs gleiche Wochentage, also rund sechs Wochen Daten. Darunter gibt der Detektor bewusst kein Urteil ab, statt zu raten.

Bekomme ich jetzt mehr oder weniger E-Mails?

In der Regel deutlich weniger – aber die verbleibenden sind relevanter. Regelmäßige Schwankungen wie der Wochenendrückgang lösen keinen Alarm mehr aus.

Kann ich beides kombinieren?

Ja. Anomalie-Regeln und klassische Schwellenwert-Regeln lassen sich parallel für dieselbe Property anlegen.

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